Skippertraining
Benno
Obwohl ich die SKS Prüfung bestanden habe, fühlte ich mich noch nicht sicher genug eine Yacht zu führen. Deswegen habe ich mich für das das von JoJo angebotene Skippertraining angemeldet. Das war eine Woche SKS Training, ohne anschliessende Prüfung, also ganz entspannt. Wir waren eine vierköpfige Crew, Ronia, Wolfgang, Dominic, ich, und der Skipper und Segellehrer Christian.

Was heisst das eigentlich: Segeln lernen? Ich dachte es geht darum wie man diese Segel korrekt ausrichtet damit man auch Fahrt aufnimmt. Tatsächlich ist das ein verschwindend kleiner Aspekt. Klar, wenn man ne Regatta gewinnen möchte gibt es da schon Feinheiten zu beachten, für eine 15 Tonnen schwere Fahrtenjacht reicht es die Segel einigermassen korrekt zu positionieren.

Viel wichtiger sind andere Aspekte, sicherheitsrelevante Aspekte: Wetterkunde, die Technik an Bord und alle Arten wie diese uns umbringen kann, Navigation bei Tage und bei Nacht, Rettungsmanöver bei Person über Bord. So eine Segelyacht ist komplex und vollgestopft mit Technik, es ist ja ein schwimmendes Haus, nur hat ein Haus normalerweise keinen Motor und keine Radaranlage. Der Skipper ist verantwortlich dafür, das alle diese Dinge seine Ordnung haben damit Mannschaft und Boot nicht in gefährliche Situationen geraten. Sollte es soweit kommen, dass dies nicht gelingt, muss der Skipper im im Notfall die richtige Entscheidungen treffen, evtl. innerhalb von Sekunden. Diese Dinge werden geübt, wieder und wieder und wieder, praktisch und theoretisch.


Der zweite Angstgegner beim Segeln ist das An- und Ablegen. JoJo hat die Möglichkeit in ihrem Heimathafen Portoroz so viel Hafenmanöver zu fahren wie sie möchten, was ein ungewöhnliches Privileg ist. Normalerweise mögen die Häfen/Marinas gar nicht wenn Boote den ganzen Tag Rumdieseln, aus verständlichen Gründen. Die Gelegenheit nutzten wir natürlich und übten alle Arten von An- und Ablegen reichlich. Es ist faszinierend, wie man mit der korrekten Leinenführung und dem Gashebel dieses 14 Meter Schiff zentimetergenau steuern kann. Das Hafenmanövertraining, und die Vollkasskoversicherung, nimmt mir nun definitiv ein wenig die Angst.
Das Skippertraining war auf jeden Fall den Aufwand wert. Es hat mir mehr Sicherheit für alle nötigen Manöver gegeben. Wir waren eine super Crew und es hat grossen Spass gemacht. Auch Christian als Skipper hat das super gemacht, wie bis jetzt immer bei JoJo. Die Ausbildner sind Top und die Kurse sind klar, strukturiert sowie zielführend. Ich kann diese Kurse uneingeschränkt empfehlen, bin aber nach einer Woche müde und froh, dass ich jetzt eine Woche in Rijeka ausspannen kann, während Alexandra ihre Ausbildung macht. Jemand muss ja den Hund bespassen.