Rijeka
Benno
Nach meinem Skippertrainingkurs geben sich Alexandra und ich in Rijeka die Klinke in die Hand. Diese Woche ist Alexandra dran ihre ASA 101,103,104 Kurse zu machen, während ich chillen kann und auf den Hund aufpassen darf.

Chillen habe ich auch wirklich nötig. Auch wenn ich es ruhig angegangen bin und mich ein bisschen zum Gespött der Gruppe gemacht habe, weil ich auf mein Mittagsschläfchen bestanden habe: Ich bin jetzt echt erschöpft. Ich denke ich merke die 25 Jahre Arbeit in den Knochen. Auch wenn jeder Büetzer nur lachen kann über mich Bürogummi: 8-9 Stunden Täglich zu sitzen und in einen Bildschirm zu starren ist im eigentlichen Sinne des Wortes unmenschlich: Wir wurden gemacht um durch Savannen zu streifen und unser Hirn möglichst im Energiesparmodus zu lassen.

Anyway, über Rijeka gibt es nicht viel zu sagen. Rijeka ist eine Industriestadt, mit Hafen, Werften, Raffinerien. Aus Rijeka kommt auch die erste kroatische Punkrockband, auf die man euch heute noch stolz ist.
Und so ist sich Rijeka treu geblieben und ist irgendwie nach wie vor herrlich abgefuckt.







Was ich sagen muss: Ich erlebe die Kroaten hier anders als in den Touristenorten. Sie sprechen alle ausgezeichnet Englisch und sind immer für einen Schwatz zu haben. Charly ist der Superstar und Türöffner zu den Herzen, besonders der Damen. Ich darf mehrere Lebensgeschichten erfahren. Wirklich herzig.

Dennoch finde ich Rijeka nicht lebenswert, dafür ist es einfach zu dreckig, zu gammlig, zu laut, und zu sehr aufs Auto ausgerichtet. Ich bin wohl zu alt und spiessig geworden für Punkrock, too old to die young.