Zuhause
Benno
Den Sommer verbringen wir zuhause, es ist zu heiss und auch zu teuer, in der Hauptsaison. Wir haben ja unser Haus in Zürich verkauft, damit wir uns die ganze Geschichte hier überhaupt leisten können. Mit einem Teil des Erlöses haben wir eine kleine Wohnung in Oberägeri gekauft denn es ist wunderschön hier oben in den Voralpen.






Wir geniessen die ruhigen Tage und erholen uns von den Reisestrapazen. Auch Charly geniesst sein Zuhause in vollen Zügen:
Es wurde die Sorge geäussert, dass mir langweilig werden könnte als Rentner. Nun, wenn ich diesen Post lese, scheint mir das Rumlungern tatsächlich nicht so gut zu tun.
Das mag evtl. auch daran liegen, dass ich erst mal zwei Wochen mit einer Gürtelrose flach gelegen bin. Die Gürtelrose ist eine spannende Krankheit, ein Gruss aus der Kindheit sozusagen. Wer sich mal mit Windpocken infiziert hat, in meiner Generation ist das so ziemlich jeder, trägt das Virus ein Leben lang in sich. Wird das Immunsystem geschwächt kann sich das Virus wieder breitmachen. Nun, da alle Tests und Scans mich als hoffnungslos gesund klassifiziert haben, kommt eigentlich nur das fortschreitende Alter als Auslöser in Frage, oder der Stress, den so ein Frührentnerleben nun mal mit sich bringt. Also habe ich halt ein bisschen Zeit ums Haus verbracht, was ja auch ganz ok ist.

Weiter hatte ich die Möglichkeit, mit einem Freund einen Privatrundflug zu machen. Der arme Mann hat eine Pilotenlizenz und muss jedes Jahr seine Pflichtstunden absolvieren. Also sind wir schnell vom Lachen zum Aletschgletscher und zurück geflogen. Spektakulär!

Ich bin furchtbar stolz, dass ich nicht kotzen musste.
Dann bin ich wandern gegangen. Eine gute Möglichkeit, mit meinem neuen Kameraequipment zu spielen. Vom Zuger Alpli geht es über den Gnipen auf den Wildspitz und die Leiter wieder runter: Gnipen-Wildspitz
Steile blätz.
Auch haben wir die Gelegenheit genutzt, diverse Verwandte, Freunde, ehemalige Arbeitskollegen etc. zu besuchen. Das war schön. Ich schreibe hier viel über das Segelnlernen und das Reisen, aber das Schwierigste an unseren Plänen ist sicherlich, alle Menschen, die wir gerne haben, zurückzulassen. Aber das ist nun mal unvermeidlich, wenn man so etwas machen möchte. Es ist aber auch der entscheidende Grund, warum wir sicher die ersten Jahre im Mittelmeer bleiben werden: So kann man jederzeit schnell zurück sein für einen Besuch, und hoffentlich werden auch wir dann mal Besucher empfangen können.



Weiter habe ich mit LLMs rumgespielt und eine Social-Media-Maschine gebaut. Wer uns auf Facebook oder Instagram folgt, durfte an meinen Experimenten direkt teilhaben. Die Maschine nimmt einen Blogpost wie diesen, zerstückelt ihn und erstellt Social-Media-Posts für Instagram, Facebook, Twitter, YouTube, Media, Substack, alles vollautomatisch.
Die LLMs sind absolut fantastisch, was für ein unglaubliches Werkzeug. Ein riesiger Schritt der industriellen Revolution. Durch die LLMs kann fast jeder das volle Potenzial der Informationstechnik ausschöpfen. Wollte man das bisher tun, musste man einen ganzen Raum voller Leute wie mich organisieren, äusserst teuer und anstrengend. Glaubt mir, ich habe das 25 Jahre lang gemacht.
Gleichzeitig ist das Ganze beängstigend, denn wahrscheinlich ist, dass es sich um eine gigantische Investitionsblase handelt, die, wenn sie platzt, die Wirtschaft und wohl auch ein paar Staaten mit sich reisst. Das ist aber nicht das schlimmste Szenario. Schlimmer wird’s, wenn die fanatischen Tech-Bros aus dem Valley mit ihrem Scaling-Law richtig liegen und Artificial Super Intelligence erreichen werden. Dann wird der Mensch nicht mehr länger die Krönung der Schöpfung und Herrscher über diesen Planeten sein, Ausgang ungewiss. Schön zu wissen, dass nur die Besten der Besten daran arbeiten und alles unter Kontrolle ist:
Natürlich gäbe es auch noch ein positives Szenario: Die KI wird Forschung und Entwicklung massiv beschleunigen. Krankheiten werden endgültig ausgerottet, Arbeiten wird mehr oder weniger freiwillig, das Altern wird besiegt werden und Energie gibt es im Überfluss. Zum Glück haben wir kompetente und weitsichtige Führungspersönlichkeiten in die höchsten Ämter der Welt gewählt, die dafür Sorge tragen werden, dass das Ganze in produktive Bahnen gelenkt wird.