Der schöne grüne Aare na
Benno
Ein weiteres Vorhaben für diesen Sommer ist eine Giorgo-Gedenkfahrt. Ich habe ein Faltboot von meinem Vater geerbt. Dieses Kanu isch über 50 Jahre alt und eine wunderschöne Arbeit.


Ich wollte damit von Bern bis an die Schweizer Grenze die Aare runter. Ein Unterfangen, das mehrere Tage in Anspruch nimmt. Aber unerwarteterweise hat der Klimawandel auch die Schweiz erreicht und der Hitzesommer hat zu einem Wassermangel geführt. Die Flusspegel sind einfach zu tief für mein Vorhaben.
Leider hat das niemand kommen sehen, und die Sache trifft die schweizer Politik völlig unvorbereitet. Es besteht die Hoffnung, dass das Thema gegen Ende Sommer nicht mehr ganz so kontrovers ist wie es anfangs Sommer anscheinend noch war: Ja, den Klimawandel gibt es wirklich, nein, er ist nicht gut für die Landwirtschaft. Schockierend, ich weiss.
Doch dann regnet es doch noch, herrlich:
Also entscheide ich mich doch noch, loszuziehen. Die Aare ist auch ein Fluss, der durch diverse Stauwehre relativ gut reguliert werden kann. Laut Prognosen sollte es daher immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel haben, wie wir Segler sagen.
Allerdings nicht mit dem Faltboot, es ist einfach zu unpraktisch und zu schwer für eine Person. Alex und ich kaufen uns auf Ricardo ein aufblasbares Kajak, das ist nur halb so schwer und in 15 Minuten aufgebaut. Sicher auch eine gute Anschaffung für unser zukünftiges Bootleben.
Mit dem ÖV fahre ich nach Bern, wo eingewassert wird. Von Bern treibe ich 4 Tage lang die Aare hinunter bis nach Biel. Ich komme sehr viel langsamer voran als gedacht. Es fehlt zum Teil sicher ein Meter Wassertiefe, manchmal muss ich aussteigen und tragen, oftmals hat es gar keine Strömung und ich paddle mir die Arme schlapp. Dennoch ist es wunderschön und enorm einsam. Ich wusste nicht, dass man mitten in der Schweiz noch so allein sein kann.
R.I.P.