Herbstpläne
Benno
Wir haben viel getan, um segeln zu lernen. Zusammen kommen wir schon auf gut 10 verschiedene Kurse, plus einen ganzen Monat auf Charterschiffen in Kroatien, plus was weiss ich wie viele Bücher, Blogs, Workshops und YouTube-Videos.

Dennoch fühlen wir uns weit weg von sicher und haben das Gefühl, immer noch ganz am Anfang zu stehen. Ich weiss nicht wie viel es braucht, bis man sich kompetent fühlt. Jemand hat mir mal gesagt, er hätte 10 Charterwochen gebraucht, bis er sich wohl gefühlt hat. Ich denke, das ist sehr individuell: Ich lerne schnell, wenn es um die Theorie geht, bei der Umsetzung scheitert es dann bei mir aber schnell mal an der Hand-Augen-Koordination, ich war einfach noch nie ein grosser Sportler. Bei Alex scheitert es dann eher an den Nerven: Wenn sie unter Stress gerät, schaltet sich das Hirn aus und sie ist blockiert.
Positiv kann man aber sagen: Wir sind körperlich absolut in der Lage, unsere Pläne umzusetzen, wir haben aber noch viel mentale Arbeit vor uns. Ich hoffe, mit Zeit, Übung und Erfahrung pendelt sich das dann ein.

Schon bald geht es deshalb weiter mit dem Training. Am 21. September fahren wir los Richtung Griechenland. Wir nehmen die Fähre von Ancona nach Igoumenitsa. Diese Fahrt dauert ca. 20 Stunden. Am 26. übernehmen wir dann in Lefkas eine Fountaine Pajot Belize 43 für 2 Wochen. Die ersten 3 Tage wird uns Sofia begleiten. Sofia ist Segellehrerin im Team Epic Navigator, der griechischen Segelschule, bei der Alexandra schon im Frühjahr ihr Katamarantraining absolviert hat.
In der zweiten Woche haben wir dann Besuch von Alex und Tom. Wir haben die beiden auf dem SKS Praxistörn bei JOJO kennengelernt. Wir freuen uns sehr mit den beiden dann eine Woche unterwegs zu sein, da sie ja auch Segelerfahrung haben und wir dann mal eine grössere Crew sind. Das ist was ganz anderes als “nur” zu zweit. So können die vielen Aufgaben anders verteilt werden und es gibt mehr Zeit um sich zwischen der Arbeit zu erholen. Wir waren ein tolles Team beim SKS und freuen uns sehr, die beiden wiederzusehen. Ich bin sicher, wir können viel voneinander lernen und werden eine gute Zeit haben.

Die 2 Wochen nach der Belize sind wir dann ganz alleine unterwegs mit einer Excess 11. Ich hoffe, wir fühlen uns sicher genug um eine grössere Tour zu unternehmen. Vorausgesetzt das Wetter spielt mit, können wir dann Meilen sammeln und das Ionische Meer unsicher machen. In 2 Wochen kann man sich viel anschauen, und Ende Oktober wird es auch kaum mehr Touristen haben.

Ein paar Gedanken noch zu diesen Schiffen. Sowohl die Belize als auch die Excess sind Katamarane. Nach unserem Test im Frühling haben wir uns ja ziemlich auf Kats eingeschossen: Es ist einfach viel besser für Charly.

Die Belize ist eine Langfahrerlegende. Es wurden relativ viele davon gebaut, und zahllose Menschen sind damit um die Welt gefahren. Definitiv ein Bootstyp, welcher jeder Herausforderung der Barfussroute gewachsen ist. Dieses Modell liegt auch voll in unserem Budget: Wir werden eine Top-Belize in Europa finden, die wir uns auch leisten können. Der grösste Nachteil der Belize ist: Das Design stammt noch aus dem letzten Jahrhundert. Wir werden nach unseren 2 Wochen auf der gecharterten Belize wissen, ob wir mit so etwas leben können. Von der 380, die aus einer ähnlichen Zeit stammt, waren wir nicht so begeistert.


Die Excess 11 ist ein ganz anderes Kaliber. Eine topmoderne Performanceyacht, welche sich an ein jüngeres Klientel richtet, das Spass beim Segeln sucht. Also genau wie wir.

Zum Kaufen liegt die Excess 11 meilenweit über unserem Budget, aber zum Chartern in der Nebensaison reicht es gerade noch. Es ist ein spannendes Schiff und hilft uns evtl. besser segeln zu lernen. Aber eigentlich war es bescheuert dieses Schiff zu chartern, da wir uns sowas modernes leider nicht leisten können. Immerhin träumen darf man ja…
