Griechenland, schon wieder
Benno
Für unseren Herbstbesuch in Griechenland fahren wir mit zwei Zwischenstopps nach Ancona, wo wir die Fähre nach Igoumenitsa besteigen. Von dort fahren wir in die griechische Provinz, wo wir unser erstes Boot besichtigen werden.
Der erste Tag zieht sich: Der Gotthard ist wegen eines Unfalls gesperrt, und wir fahren über den San Bernardino. Die italienische Autobahn ist irgendwie ein hartes Pflaster, es gibt echt ein paar, die haben nicht mehr alle. Mir gefällt es, denn so wird es nie langweilig und man schläft nicht ein. Alexandra hasst es auf italienischen Autobahnen unterwegs zu sein. Zu viele Irre auf diesen Strassen.
Wir übernachten in der Pampa bei Salsomaggiore, hier steht die, laut Eigenwerbung, schönste Terme der Welt. Der Art-Déco-Bau ist wirklich eine Wucht. Es dauert kaum 15 Sekunden, bis ich als “böser” Influenzer rauseskortiert werde.
Die nächsten zwei Nächte verbringen wir in Ravenna, ein herziges kleines Städtchen.


Von Ravenna geht es nach Ancona, wo wir uns, wie das wohl normal ist, durch das Chaos zur Fähre nach Griechenland kämpfen. Dieses Mal haben wir uns nicht lumpen lassen und nehmen die Superfast-Fähre, die statt 24 Stunden nur gerade 22 Stunden braucht, eindrücklich. Und die Kabine ist nice, wie auch das Essen an Bord, die Griechen machen keine Kompromisse in der Küche, was uns sehr überrascht hat für eine Fähre.
Die griechische Autobahn könne nicht unterschiedlicher sein als die italienische. Kulturschock: Die Strassen sind mehrheitlich leergefegt und das Autobahnfahren wird plötzlich zum entspannten Erlebnis, was ehrlich gesagt schon fast unwirklich ist. Null Dichtestress auf dieser Strecke.
Die so gewonnene Zeit nutzen wir, um unser erstes Boot anschauen zu gehen: eine Lagoon 420. Die liegt im Trockenen irgendwo in der Pampa, vermutlich am billigsten Standplatz im Umkreis von 1000 Kilometern. Und dort steht die Yacht auch schon seit 2 Jahren, einsam und etwas verloren. Eigentlich ein cooles Boot: Es ist die erste je gebaute 420 und hat ihre Jugend auf Bootsmessen verbracht, entsprechend wurde sie mit viel Liebe zum Detail gebaut. Eine besonders schöne Lagoon, denn Lagoons sind normalerweise billige Charterkisten mit Ikea-Chic, diese ist aber deutlich schöner.
Aber für uns dann halt doch nicht das Richtige. Wir denken, für junge Leute, die ein Projekt suchen, ist es genau das Richtige, für uns ist das aber nichts. Ausserdem ist der Brummer echt zu gross für uns zwei. Hier unsere ehrliche Meinung:
Tags darauf geht es dann nach Lefkas, wo wir die Belize 43, welche wir für zwei Wochen gechartert haben, entgegennehmen und auf die angeheuerte Seglerin Sofia warten. Darüber nächste Woche mehr.