Nick
Benno
Die ersten paar Tage waren unheimlich dicht und stressig. Wir machen uns ernsthaft Gedanken, ob wir für ein solches Leben geschaffen sind oder ob wir uns nicht doch einen anderen Plan ausdenken sollten.
Aus dem Tal helfen uns einerseits die Langfahrercommunity, welche sich unserer annimmt und uns gut zureden. Da ist zum Beispiel Ralph aus Bayern, welcher mit seiner BroadBlue 385 nebenan liegt und das halbe Jahr mit seiner Frau in Griechenland verbringt. Da ist Dave, der uns, wie im vorherigen Blog erzählt, mit den Segeln hilft. Aber auch viele kleine Begegnungen im Alltag: Charly hat einen Kratzer am Auge und Alex geht zum Tierarzt, bei dem wir schon im Frühjahr waren. Der kriegt sich vor Freude gar nicht mehr ein, dass er Charly wieder sieht. Er will kein Honorar und schenkt uns noch Gagisäckli.
Das Andere, was uns Auftrieb gibt, ist eine Leopard 39, die an unserem Pier liegt: Neben unserem defekten Segel, ein weiterer Grund, warum wir zurück in Lefkas sind. Die Leopard 39 gehört einem älteren Ehepaar aus Australien und steht zum Verkauf. Auf dem Papier ist sie im perfekten Zustand, der Preis liegt genau in unserem Budget, und die Grösse scheint uns inzwischen auch vernünftig. Wir haben mit dem Makler Nick eine Besichtigung vereinbart, und das Boot hält, was es verspricht. Die Eigner hängen wohl fast ein bisschen zu sehr an ihrem Boot, aber es geht scheinbar altersbedingt einfach nicht mehr, und sie müssen verkaufen. Nick scheint da keine einfache Aufgabe gefasst zu haben.





Und so entscheiden wir uns, mehr oder weniger spontan, für das Boot zu bieten. Eigentlich brauchen wir jetzt noch gar kein Boot, aber eine solche Gelegenheit kommt nicht jeden Tag, denn ein gut gepflegter Katamaran aus guter Werft und als Eignerversion gibt es im Mittelmeer in unserem Budget nicht wie Sand am Meer. Nick kennt auch schon unseren Experten Johannes und die zwei verstehen sich augenscheinlich gut.
Und tatsächlich erhalten wir den Zuschlag und haben damit schon fast ein Boot gekauft!
Das weitere Vorgehen ist jetzt, dass wir 10% anzahlen. Dann kommt Johannes und er macht einen ausgiebigen Test des Bootes zu Land und zu Wasser, auf unsere Kosten. Finden sich substantielle Schäden wird nachverhandelt. Das Risiko ist also überschaubar.
Vom Boot habe ich nur Aussenaufnahmen, da es ja noch voll bewohnt war bei der Besichtigung.
Am Samstagabend kommen dann Alex und Tom, und wir hoffen, bis dahin ist auch das Segel repariert, damit wir nächste Woche tatsächlich mal segeln können, statt nur zu managen. Bis jetzt sind auf jeden Fall noch keine Feriengefühle aufgekommen.